Zur Geschichte - aus verschiedenen Protokollen

1976 – aus einem Beitrag der Zeitschrift: der Salutist; S. Büchi:

Hilfesuchende konnten sich mit ihren Anliegen beim DHQ melden. Die Hilfestellungen werden im DHQ auf Kartothekkarten erfasst. Diese Kartei wurde 1967 begonnen. Regelmässige Besucher sind die „Brüder der Landstrasse". Oft kann mit einer einzigen Überbrückungshilfe ausgeholfen werden. Ende 1974 gesellte sich eine neue Gruppe zu den Besuchern; die Arbeitslosen. Vermehrt suchten arbeitslose Jugendliche die Hilfe des Sozialbüros. 1974 kamen 404 Hilfesuchende mit einem Budget von 12 000 Franken. 1976 waren es 545 Personen, die um Hilfe nachsuchten.

17. Juni 1985, E. Egli:

Es ist die Zeit der Rezession und der Arbeitslosigkeit nach Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs. Bis zu 75 Personen pro Tag suchten im Februar und März 1984 die Beratungsstelle auf – damals das Sozialbüro genannt. „Die Menschen wollen nicht Beratungszeit sondern schlicht und einfach Geld." Die Standardhilfe betrug 10 Fr bar und ein 10 Fr Migros Einkaufsgutschein pro Klient. Es gelang, den Ansturm zu drosseln durch Zuweisung der Klienten an die richtigen Stellen. Der Schwerpunkt der Aufgabe verschob sich von der „Tankstelle" zur fachlich geführten Beratungsstelle. Die Betreuungsarbeit, gestützt auf das Gespräch, gewann an Bedeutung. Hausbesuche wurden gemacht. Klienten erhielten Unterstützung im Kontakt mit Behörden, bei Erlassgesuchen für Steuern, bei Schuldensanierungen und Geldverwaltungen. Gesuche wurden an Stiftungen geschrieben, um Notlagen abwenden zu können. Am 14.6.85 wurden 501 Fälle gezählt. Die Zahl setzt sich zusammen aus 38 alleinstehenden Frauen und 438 Männern.

25. Juni 1986, E. Egli:

Seit Auffahrt 1987 ist das Sozialbüro, nun die Soziale Beratungsstelle, an der Müllerstrasse zu Hause – im Wohnheim der Heilsarmee. Das Büro wurde mit einem eigenen Eingang ausgestattet. Positiv erwähnt wird, dass die Räume im Erdgeschoss sind, mit Tageslicht und nicht mehr in einem Untergeschoss. Der Warteraum schirmte die Klienten besser ab. Sie konnten im Wohnheim einen Duschraum benutzen. Kleider und Unterwäsche wurde abgegeben. Die Klienten konnten neu im Restaurant des Wohnheims verpflegt werden. Gehören die Clochards zu den Stammkunden, so suchten vermehrt Personen den Kontakt mit der Beratungsstelle, die durch ein einschneidendes Erlebnis aus ihrer Bahn geworfen wurden. Es sind: Männer, Frauen, Junge und Alte, Familien mit Kindern. Vereinzelt werden Beistandschaften geführt. Die Schuldensanierungen nehmen immer grösseren Raum ein. Obdachlosigkeit gab es auch in diesen Jahren. Es war bekannt, dass Klienten im „Shopville", in öffentlichen Toiletten, Pärken, Kellern und Abbruchliegenschaften übernachteten.

 

Zielvorstellung für die unterstützende Arbeit war: bei kurzfristigen Notlagen hilft das Sozial-büro, bei längerfristigen Schwierigkeiten wird der Gang zum Sozialamt angebahnt. Wichtig ist, eine Art „Klagemauer" zu sein, wo die Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten des Lebens ausgesprochen werden können. Der Klient soll Unterstützung erhalten bei der Suche nach Lösungen. Seine Vorschläge sind wichtig, er kennt seine Situation am besten.

1999 - Statistik, M. Sterckx:

583 Personen besuchten die Beratungsstelle, das Budget belief sich auf 62 458 Franken. Die Überbrückungshilfe setzte sich zusammen aus Hilfe mit Bargeld, Migros Einkaufs-gutscheinen, SBB Gutscheine, Mahlzeitengutscheine, Beiträge an Schuldensanierungen. Die Kleiderausgabe direkt durch die Beratungsstelle wurde nach 1986 eingestellt. Erste Ausbildung von Praktikanten der Fachhochschule für Sozialarbeit.

 

2000 - Jahresbericht, Th. Studer

Stellenbeschrieb: Die Beratungsstelle ist eine private Einrichtung, geführt von der Heilsarmee Zürich DHQ und finanziert durch die Topfkollekte. Sie ist eine Anlaufstelle. Im Rahmen der Heilsarmee ist die Beratungsstelle zentrale Anlaufstelle für die Klienten. Die Korps werden entlastet vom Dienst an der Türe. In diesem Jahr wurde die Erfassung der Klientendaten mit dem Computer eingeführt. Die genaue Erfassung der Daten ist eine wichtige Hilfe im Beratungsprozess. Die Informationen sind sofort verfügbar. Die Einführung des Computers in der Beratung wurde von den Klienten gut aufgenommen. Zur Beratungstätigkeit: ein Ziel beharrlich verfolgen zu können – eine wichtige Voraussetzung zur sozialen Integration – steht häufig in krassem Gegensatz zur Lebensweise der Klienten. Zahl der Kontakte 2000: 748, Anzahl der Klienten: 278,

 

Budget 50 000 Fr.

2001 - Jahresbericht

Abschluss der Erfassung der Klientendaten und Gesprächsnotizen auf Computer. Aufbau einer Adressdatenbank mit weiteren Hilfsstellen in Zürich und Umgebung. Erstellung einer ausführlicheren Statistik aufgrund der neuen Daten. 26 % der Hilfesuchenden sind Frauen, 74 % Männer. Die Aufteilung der Klienten in Altersgruppen ergibt: 23 % der Klienten sind unter 35 Jahre (18 – 35 Jahre), 53 % über 35 Jahre (35 – 50 Jahre), 24 % über 50 Jahre (50 – 65 Jahre). Es stellt sich heraus, dass die Besucherzahl pro Monat nur kleinere Abweichungen aufweist. Es gibt keine „Sommerpause". Durchschnitt pro Monat ca 60 Personen. 50 Prozent der Klienten braucht einmal pro Jahr Überbrückungshilfe, 35 % spricht 2 -3 vor.

2002 - Jahresbericht

Vermehrt werden schriftliche Hilfsgesuche an die Beratungsstelle gesandt. Die Zusammenarbeit mit dem Verein Tischlein-Deck-Dich nimmt ihren Anfang. Die Beratungsstelle klärt die Berechtigung für den Bezug des Ausweises ab und gibt diese heraus. Die Zahl der Kontakte steigt erneut auf 923 Begegnungen.

2003 - Jahresbericht

Vertiefung der Zusammenarbeit mit dem Gelben Stern, Begegnungscafe der Heilsarmee durch die Abgabe von Mahlzeitengutscheinen. Praktikantin beginnt das Praktikum in der zweiten Jahreshälfte. Die Beratungen gewinnen an Gewicht – 400 Klienten besuchen die Beratungsstelle 3 – 6 Mal in diesem Jahr; die Anzahl Kontakte steigert sich auf 1143.

2004 - Jahresbericht

2005 - Jahresbericht

Seit 2000 hat die Zahl der Besuche der Beratungsstelle um 75 Prozent zugenommen auf 1315. Das rauher werdende soziale Klima in der Schweiz spiegelt sich in diesen Zahlen. Die Fallzahl bleibt mit 599 Klienten auf gleichem Niveau wie die letzten Jahre. Zunahme der Klienten ohne Sozialhilfe beim ersten Kontakt in der Beratungsstelle (62 Personen). Praktikumsbeginn einer Studierenden der Fachhochschule für Sozialarbeit. Das Budget erhöht sich leicht auf 53 000 Fr.

2006 - Jahresbericht

Weitere Zunahme der Fallzahl (651) und der Kontakte (1455). Zunahme der Zahl der Migrant/innen. Diese Gruppe reist für die Arbeitssuche im EU Raum umher, hat keinen festen Wohnsitz und kaum familiäre Beziehungsnetze. Weitere Zunahme der Obdachlosigkeit bei Erstkontakten. Für die Beratungsstelle wird ein Angebotsrahmen ausgearbeitet. Er umschreibt, wie die Beratungsstelle ihre Unterstützungstätigkeit versteht.

2007 - Jahresbericht

Die Beratungsstelle zieht Mitte Jahr in neue Räumlichkeiten um, nach 20 Jahren Tätigkeit an der Müllerstrasse (3.7.1987 – 30.6.2007). Im gleichen Gebäude befindet sich das Open Heart – eine Teestubenarbeit der Heilsarmee. Beginn eines weiteren Praktikums einer Studierenden der Fachhochschule für Sozialarbeit. Die Praktikantin verfügt über ein eigenes Büro. Die Voraussetzung für die parallele Beratung von Klienten ist gegeben. Die grösseren Räume werden von den Klienten durchwegs positiv beurteilt. Die räumlichen Verhältnisse erlauben die Planung einer Kleiderstube für die Gratisabgabe von gebrauchten Kleidern.

2008 - Jahresbericht

19.3. 2008: Inbetriebnahme der Kleiderstube durch die Soziale Beratungsstelle.